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Heft 147: "Ihr seid das Volk!" - Neue populistische Kollektivitätsanrufungen von rechts und links

2018 | Inhalt | Editorial | Abstracts | Leseproben: 1 & 2

  • März 2018
  • 115 Seiten
  • EUR 15,00 / SFr
  • ISBN 3-89691-017-2
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Helga Cremer-Schäfer
Populismus als normalisierte Politik-Form
Ein Versuch, Aufmerksamkeit dafür herzustellen

Mit der Ablösung von Interessen- durch Volksparteien und der Konkurrenz um eine "große Zahl" von Köpfen wurde Populismus "von oben" als herrschende Politik-Form durchgesetzt. Die strukturelle Grundlage von Identitätspolitik, Angst- und Feindbildproduktion, Ausschließungsbereitschaft im Modell repräsentativer Demokratie steht im "toten Winkel" öffentlicher Kritik. Eine Inhaltsanalyse von "Motiv-Diagnostiken", die sich in Reportagen und Hintergrundartikel finden, bestätigt die Beobachtung. Leseprobe

Friedel Schütte
Populismus
oder die Erosion des Selbst- und Weltverständnisses der Subjekte

Der Beitrag diskutiert Populismus als Szenario und Antwort auf eine sich verändernde Öffentlichkeit und Alltagserfahrung. Der Überhang an Objektivität mündet in einer Erosion des Selbst- und Weltverständnisses der Subjekte. Populismus, so die These, bedient sich der Erosion als eines politischen Rohstoffs. Eingedenk der Subjekt-Objekt-Dialektik sowie der Kritik an der Konstruktion der 'sozialen Welt' wird Populismus als Prozess im Kampf um Hegemonie und Anerkennung begriffen.

Manfred Kappeler, Michael May
Versuch, Ernst Blochs Begriff des 'Ungleichzeitigen' für die Auseinandersetzung mit dem gegenwärtigen Populismus neu aufzugreifen

Der Beitrag erinnert an Ernst Blochs kritische Auseinandersetzung mit der Propaganda der Linken gegen den Nationalsozialisten in der 1930er Jahren. Die von ihm dabei entwickelte und später sowohl von ihm wie Negt/Kluge neu gefüllte Kategorie der Ungleichzeitigkeit wird aufgegriffen im Hinblick auf Fragen, wie mit dem Rohstoff des Politischen, der heute von rechter Seite zu besetzen versucht wird, unter einer befreiungstheoretischen Perspektive anders umzugehen wäre.

Joachim Weber
Die Verachtung des Politischen
Überlegungen zur Rolle (rechts-)populistischer Emotionen

Anhand der Inaugural Address von Trump wird populistische Rede in Form der Identifizierung eines Teils der Bevölkerung als 'das Volk' vorgeführt verbunden mit der De-Thematisierung aller anderen, die nicht dazuzählen sollen. Eher als mit Nietzsches Konzept des Ressentiments gelingt das Verstehen populistischer Rede als ein Ausdruck von Verachtung. Anders als der Hass, der im Kontakt bleibt, geht die Verachtung auf Distanz und unterminiert dadurch in höchst effektiver Weise das Politische.

Rudolf Walther
Macrons 'komplexes Denken'
und seine sehr simple bonapartistische Regierungstechnik

Der Beitrag zeigt, dass es falsch wäre Macron dem Bonapartismus zuzurechnen, wie Marx diesen Mitte des 19 Jahrhunderts verstanden hat. Vielmehr nützt Macron das Regelwerk der Verfassung der V. Republik für eine plebiszitär-demokratisch abgesicherte, bonapartistische Regierungstechnik. Dieser bedienten sich vor ihm alle französischen Präsidenten, aber - der Erfinder de Gaulle ausgenommen - keiner so virtuos wie Macron und mit Unterstützung seiner Bewegung von Mitmarschierern.

Theo Rauch
"Hunger ist Mord"
Populistische Tendenzen in der Entwicklungspolitik?

Auch das Feld der Entwicklungspolitik ist anfällig für populistische Tendenzen. Nicht nur in den USA, auch in Ländern des Südens gewinnen Politiker Mehrheiten mit populistischen Parolen. Auch hierzulande dienen populistische Argumente dazu, für oder gegen mehr "Entwicklungshilfe" oder für deren Privatisierung zu mobilisieren, aber auch um Popularität durch verbalradikale Skandalisierung globaler Ungleichheit zu erlangen. Der Beitrag spürt diesen Tendenzen nach und stellt diese in den Kontext der sozial exkludierenden Folgen einer marktradikalen Globalisierung.

Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Ludwigshafen
"Also wir haben hier auch letzten Sommer so nen Spendenlauf gehabt"
Postkoloniale Perspektiven auf Herstellungsprozesse gesellschaftlicher Dominanzverhältnisse in der Schule

Postkoloniale Theorie lässt schulische Normalitäten und pädagogische Handlungsroutinen in einem Licht erscheinen, in dem die Komplizenschaft der Institution Schule mit (neo-)kolonialen Projekten sichtbar wird. Am Beispiel der Erzählung einer Lehrperson zu einem Spendenlauf an einer Grundschule wird im Beitrag den Mechanismen der Reproduktion von Dominanzverhältnissen am Ort Schule nachgegangen. Auf dieser Grundlage werden Überlegungen zu einem postkolonial-theoretisch informierten Perspektivenwechsel in der LehrerInnenbildung angestellt.

Michael Wolf
Widerstand zwischen Lehr- und Leerformel. Vom hilflos anmutenden Versuch, eine Antwort auf die Frage zu geben, wie man vom "Widerstand" zum "widerstehen" kommt
Über Fritz Reheis, Stefan Denzler, Michael Görtler, Johann Waas (Hrsg.): Kompetenz zum Widerstand. Eine Aufgabe für die politische Bildung

Leseprobe

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